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Ikonen der Krise im Haus am Dom
Ikonen der Krise im Haus am Dom

Ikonen der Krise im Haus am Dom

FRANKFURT.- Der Bilderserie „Ikonen der Krise“ der Kölner Künstlerin Maria Rigoutsou ist eine Ausstellung im Frankfurter Haus am Dom gewidmet. Entstanden sind die Kunstwerke anlässlich der aktuellen Wirtschafts- und  Finanzkrise seit 2008 als „work in progress“. Mit der besonderen Thematik verdeutlicht Rigoutsou die tiefer liegende Wertekrise der modernen Gesellschaft. 

Die Werke  der griechischstämmigen Malerin verweisen mit ihrer Grundierung auf alte byzantinische Ikonen. Zu sehen sind allerdings keine Heiligen, sondern die Dinge, die vielen Menschen heute heilig sind: Euro, Banken, Ratingagenturen. In den „Ikonen der Krise“ werden darüber hinaus Titelbilder von Zeitungen und Zeitschriften aufgegriffen, die einen Keil zwischen Deutsche und Griechen getrieben haben. Auch das Thema Konsumwahn und Fetischismus und die Reaktion der Menschen auf die Krise in Demonstrationen und Protestaktionen finden darin ihren Ausdruck. Die „Ikonen der Krise“ zeigen auch ? zum Teil konkret, zum Teil abstrakt - Gesichter, in denen sich Armut und Verelendung spiegeln.  

Besonders interessant ist die aufwendige und vielschichtige Technik, die bei der Entstehung der Kunstwerke zum Einsatz kommt. Die Künstlerin stellt zunächst einmal - aus der Presse stammende oder selbst aufgenommene - Fotografien zusammen. Diese werden digital bearbeitet und auf eine spezielle, mit Blattgold bearbeitete Leinwand gedruckt. Danach erfolgt die künstlerische Bearbeitung. Die Blätter, die nicht aus echtem Gold sind, spiegeln eine Welt des „Scheins“ wider, während die dunklen Risse dazwischen an kleine Wunden erinnern. Die Arbeiten sind zum Großteil zwar Reproduktionen, aber gleichzeitig Unikate, da jede Grundierung, auf die gedruckt wird, einzeln per Hand vorgenommen wird.  

Maria Rigoutsou studierte Jura in Griechenland und Deutschland und Malerei in der Klasse von Jannis Kounellis an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie arbeitet als Journalistin und Sprecherin bei der griechischen Redaktion der Deutschen Welle sowie für die griechische Tageszeitung KATHIMERINI.  

Die Ausstellung ist vom 10. Mai bis zum 19. Juni täglich von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Vernissage am Freitag, 9. Mai, 18 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin im Haus am Dom, Domplatz 3, 60320 Frankfurt.