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29.06.2017

Jüdische Gemeinde wieder im Rat der Religionen Frankfurt aktiv

Ratsvorsitzender Valentin zeigt sich erfreut

FRANKFURT.- Die Jüdische Gemeinde Frankfurt wird ihre Mitgliedschaft im Rat der Religionen Frankfurt wiederaufnehmen. „Über diese gute  Nachricht freuen wir uns sehr. Wir waren ja auch in den vergangenen drei Jahren in gutem Kontakt“, unterstrich der im Mai neu gewählte Ratsvorsitzende, Joachim Valentin, Leiter des katholischen Bildungszentrums Haus am Dom in Frankfurt, am Donnerstag, 29. Juni, in einer Stellungnahme des Rates. 

Die Jüdische Gemeinde wird vertreten durch Leo Latasch (Vorstandsmitglied Jüdische Gemeinde), Rabbiner Julien-Chaim Soussan und Daniel Kempin (Egalitärer Minjan). „In Zeiten von Terrorismus und zunehmendem Antisemitismus ist es wichtiger denn je, einen breiten Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften untereinander und auch mit den nicht religiösen Teilen unserer Gesellschaft zu pflegen. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Positionen und Erfahrungen im interreligiösen Dialog wieder in den Rat der Religionen einzubringen“, begründete die Jüdische Gemeinde ihre Entscheidung. Die Gemeinde hatte den Rat der Religionen angesichts antisemitischer und israelfeindlicher Aussagen von Vertretern der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) vor drei Jahren verlassen.

Der Rat der Religionen Frankfurt fördert den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft – und nimmt aus einer religiösen Sicht Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Themen der Stadt Frankfurt. Eines der Ziele ist dabei, gemeinsam stadtpolitische Impulse zu setzen und dafür einzutreten, dass auch die stärkende Funktion von Religiosität sichtbar wird. Gleichzeitig erfordert die Dialogarbeit aber auch, dass immer wieder grundlegende Debatten geführt werden, Vertrauen erneuert und Selbstreflexion betrieben wird. Aus Sicht des Rates der Religionen gibt es dazu keine Alternative.

Aktuell arbeitet der Rat der Religionen Frankfurt unter anderem in einem Kooperationsprojekt mit der Stadt Frankfurt daran, durch die gemeinsame Würdigung religiöser Feiertage der großen Religionsgemeinschaften eine ausgewogenere Wahrnehmung der unterschiedlichen Religionen in Frankfurt zu fördern. Das Bildungsprojekt „(K)eine Glaubensfrage“ in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank hat seit 2013 mehr als 2.000 Lehrkräfte und 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht und wird derzeit vom hessischen Kultusministerium gefördert. (pm)