Alle Meldungen

Zeitraum wählen:

bis

23.06.2017

Rätsel, die unter die Haut gehen

Frankfurter Haus am Dom feiert seinen 10. Geburtstag

Impressionen von einem Sommerfest, das unter die Haut ging.... (Fotos: Wiese-Gutheil/Haus am Dom)

FRANKFURT.- Die Entscheidung fällt vielen schwer, an diesem Abend im Haus am Dom: Es ist Sommerfest, gefeiert wird das zehnjährige Bestehen des katholischen Bildungs- und Kulturzentrums mitten in der Stadt – und das Angebot beim Tag der offenen Tür am Freitag, 23. Juni, vielfältig und verlockend. Das beginnt schon mit einem Eis am Stiel, das vor der Tür an Passanten und Flaneure verteilt wird und bei Temperaturen um die 30 Grad auch gerne genommen wird.

Drinnen dann jede Menge Attraktionen, ein Mann auf Stelzen, der Schauspieler Reinhold Behling vom Theater Willy Praml mit einer Wunder-Geschichte von Dario Fo, ein Mal-Workshop für Kinder und Erwachsene, Kindertheater, Kurzfilme, Skyline-Cocktails auf der Dachterrasse, ein Blick auf die neue Frankfurter „Altstadt“, deren Dächer schon das Terrassengeländer erreicht haben. Dazu Vorträge über  christliche Symbolik in Tätowierungen, Musik vom Duo „one2play“, die zum Tanzen und Mitsingen verführte. Die Besucher hatten die Qual der Wahl.

Das Jesuskind in der Mülltonne

Und wer dann noch Luft hat für Rätselaufgaben der besonderen Art, der ist richtig beim Wissensquiz „Gefragt – gejagt“, wo Fragen aus den Themen des Kulturzentrums Haus am Dom Publikum und Quizteilnehmer ins Schwitzen bringen. Rätselhaft auch eine auf den ersten Blick traditionelle Ausstellung von biblischen Figuren, die das Religionspädagogische Amt kreiert hat. Machen die Filzfiguren, die Geschichten aus der Bibel präsentieren, zunächst einen harmlosen Eindruck, gewinnen sie plötzlich beim genaueren Hinsehen an Kontur. Da stutzt der Zuschauer: Legten Maria und Josef ihr Kind tatsächlich in eine Mülltonne? Hatten die Menschen, die Jesus beim Einzug in Jerusalem zujubelten, Cola dabei? Trug Abrahams Frau Sara eine Sonnenbrille im Haar? Spielte einer der Jünger beim letzten Abendmahl auf seinem Handy?

Rätsel über Rätsel, die in einer fulminanten Aufführung der Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ gipfeln: In der hereinbrechenden Dämmerung stellen die Schauspieler um Willy Praml vor dem Kaiserdom mit Geflüchteten und Beheimateten die ewige Wahrheit dar, dass die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam sich voneinander gerade so viel unterscheiden, wie drei Ringe, die genau gleich gearbeitet und vom selben Wert sind.  

Wahrlich ein Sommerfest, das unter die Haut ging… (dw)

Foto