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17.05.2017 – Pressemitteilung Bistum Limburg

Rat der Religionen hat neuen Vorstand

Professor Joachim Valentin zum Vorsitzenden gewählt

Professor Valentin, Direktor des Hauses am Dom, ist neuer Vorsitzender des Rates für Religionen. Foto: HaD

FRANKFURT. - Der Rat der Religionen Frankfurt hat einen neuen Vorstand: Professor Dr. Joachim Valentin, Direktor des Hauses am Dom, ist zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Dr. Karsten Schmidt, der die buddhistischen Gemeinden vertritt, ist stellvertretender Vorsitzender. Dem Vorstand gehören außerdem Dr. Armin Eschraghi (Bahá’í Gemeinde), Saber Ben Neticha (Islam) und Dr. Christoph Fleege (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage/Mormonen) an. Der Rat der Religionen hatte sich am Montag, 15. Mai, mit vier neuen Mitgliedern zum fünften Mal zu einer konstituierenden Sitzung zusammengefunden und den neuen Vorstand gewählt.

Exemplarischer Ort der Begegnung 

„Der Rat der Religionen Frankfurt ist in den letzten Jahren zu einem Ort des lebendigen Gesprächs zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Religion geworden. Das wird angesichts weltweiter Polarisierung und Streit immer wichtiger“, erklärte Professor Joachim Valentin, der seit 2015 bereits den stellvertretenden Vorsitz innehatte. „Auch künftig soll der Rat der Religionen Frankfurt ein exemplarischer Ort der Begegnung bleiben. Um das zu verwirklichen, sind mehrere Projekte des Rates kurz vor der Umsetzung.“ Für Dr. Karsten Schmidt besteht die Bedeutung des Rates darüber hinaus auch darin, „ein Erfahrungsraum zu sein dafür, dass die speziellen Bedürfnisse einzelner Religionsgemeinschaften sich nur dann glaubwürdig artikulieren lassen, wenn zugleich auch die Interessen der anderen anerkannt werden. Erfolgreiche Projekte des Rates wirken dann auch positiv auf das wechselseitige Verhältnis der Gemeinschaften insgesamt.“

Akzente für friedliches Miteinander 

Der Rat dankte allen bisherigen Vorstandsmitgliedern für ihre Arbeit und ihr Engagement, insbesondere Khushwant Singh, der seit 2013 für zwei Ratsperioden Vorsitzender war und aus beruflichen Gründen nicht mehr für den Vorstand kandidiert. Singh zog seinerseits ein positives Resümee seiner Zeit als Ratsvorsitzender: „Ich bin dafür dankbar, dass wir Akzente für ein friedliches Miteinander setzen konnten, die bundesweit wahrgenommen wurden, beispielsweise mit der multireligiösen Feier in der Paulskirche zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit im Jahr 2015. Wichtig für den Rat waren aber auch die vielen Gespräche und Überlegungen zu neuen Projekten jenseits öffentlicher Aufmerksamkeit. Ich bin optimistisch, dass wir nun bald die Früchte unseres gemeinsamen Engagements in den vergangenen Jahren ernten können, beispielsweise im Bereich der Würdigung von Feiertagen und mit der aktiven Rückkehr der jüdischen Gemeinde.“

Gegenwärtig setzt der Rat der Religionen Frankfurt sich aus 20 aktiven Mitgliedern zusammen, die ihrerseits acht Religionsgemeinschaften und -familien vertreten. Er fördert den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft und nimmt aus einer religiösen  Sicht Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Themen der Stadt Frankfurt.

Integrationspreis der Stadt Frankfurt 

Seit seiner Gründung am 1. April 2009 kann der Rat auf eine Vielzahl an Begegnungen, Initiativen, Veranstaltungen und Stellungnahmen zurückblicken. Im November 2012 erhielt der Rat der Religionen für sein Engagement den Integrationspreis der Stadt Frankfurt. Der Rat beteiligt sich am öffentlichen Diskurs durch Veranstaltungen, Projekte und Podiumsdiskussionen. In der nun beendeten vierten Amtsperiode organisierte der Rat außer der Feier zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Neues Deutschland?! Wieviel Religion verträgt Frankfurt?“ im Juli 2016.  Zudem konnte im ersten Quartal 2017 die Weiterführung des Kooperationsprojekts „Kaum zu glauben“ mit der Bildungsstätte Anne Frank sichergestellt werden. Durch Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte fördert es einen angemessenen Umgang mit Religionen in der Schule. 

Aktuelle und ausführliche Informationen zum Rat der Religionen finden sich unter www.rat-der-religionen.de. (pm/rei)